Zuchtziel des S.L.H. asbl

Das äußere Erscheinungsbild eines reingezogenen Pferdes sollte ein elegantes, harmonisches Modell mit der nötigen Vorwärts-Aufwärts-Bewegung sein, verbunden mit einem guten Schub aus der Hinterhand. Die Gelenke und Gliedmaßen sollten trocken und klar sein und eine plastische Bemuskelung aufweisen. Auch sollte dem Charakter und dem Temperament die erforderliche Bedeutung zugemessen werden, da diese für das heutige Reit- und Fahrsportpferd von großer Wichtigkeit sind.
Alle Farben des Haflingers, vom Lichtfuchs bis hin zum Kohlfuchs, werden akzeptiert, unter der Voraussetzung des lichten (weißen) Langhaars. Unreinheiten in der Grundfarbe, wie Stichelhaare und Edelflecken, sind unerwünscht, werden negativ beurteilt und können zum Ausschluss führen. Ebenfalls unerwünscht und negativ beurteilt bis hin zum Ausschluss ist das graue bzw. rote Langhaar.
Kopfabzeichen sind erwünscht, jedoch keine Voraussetzung, und können den ganzen Nasenrücken bedecken. Die Beinabzeichen sind unerwünscht, ein Beinabzeichen bis halbe Schiene wird nicht negativ beurteilt, zwei Beinabzeichen werden mit einem Minus-Punkt in der Typnote beurteilt, drei Beinabzeichen mit zwei Minus-Punkten in der Typnote. Vier Beinabzeichen bedeuten den Ausschluss. Beinabzeichen über dem Sprunggelenk bzw. über dem Vorderfußwurzelgelenk bedeuten den Ausschluss. Ebenfalls sollten Unterbeißer sowie Oberbeißer negativ beurteilt werden. Zuchtstuten sowie Zuchthengste sollen einen deutlichen Geschlechtsausdruck haben.
Das Sollmaß schwankt zwischen 140 cm und 150 cm. Das Mindestsollmaß bei Hengsten beträgt 145 cm, bei Stuten 140 cm, dieses muss im Alter von drei Jahren erreicht sein. Wird diese Größe nicht erreicht, kann das betreffende Pferd nicht ins Hauptstammbuch eingetragen werden.
Gewünschte Größe :    

  • Stuten :    148 cm
  • Hengste :    150 cm

Bei einer Größe deutlich über 150 cm muss das Pferd auch noch im gewünschten Typ, sowie in einem harmonischen Gesamtbild eines Haflingerpferdes stehen.

1.Typ:

Erwünscht ist ein harmonischer, für ein universell verwendbares Freizeitpferd geeigneter Körperbau. Erwünscht ist das Erscheinungsbild eines eleganten und harmonischen Pferdes. Hierzu gehören ein trockener, ausdrucksvoller Kopf mit großem Auge, ein gut geformter Hals, ein genügend langes und elastisches Mittelstück, eine gute, nicht zu abgezogene und nicht zu kurze Kruppe, eine plastische Bemuskelung sowie korrekte, klare Gliedmaßen mit guten Gelenken. Zuchthengste und Stuten sollen über einen deutlichen Geschlechtsausdruck verfügen.
Fuchsfarben vom Lichtfuchs bis Kohlfuchs mit lichtem Langhaar sind erwünscht. Unreinheiten in der Grundfarbe, wie Stichelhaar oder „Edelflecken“ sind unerwünscht und werden negativ beurteilt, bis hin zum Ausschluss.
Kopfabzeichen sind erwünscht, aber nicht Voraussetzung, zuviel Abzeichen sind unerwünscht und können bis zum Ausschluss führen. Beinabzeichen sind nicht erwünscht, werden aber bis zu einem Beinabzeichen bis halbe Schiene nicht negativ beurteilt, zwei Beinabzeichen werden mit einem Punkt Abzug beurteilt, drei Beinabzeichen mit 2 Punkten Abzug, vier Beinabzeichen bedeuten den Ausschluss. Beinabzeichen über dem Sprunggelenk bzw. über Vorderfußwurzelgelenk bedeuten ebenfalls den Ausschluss.
Das Sollmaß liegt zwischen 140 cm und 150 cm. Wird das Mindestmaß nicht erreicht, führt dies zur Eintragung ins Stammbuch. Das Höchstmaß kann bei entsprechend guter Exterieur Beurteilung überschritten werden.
Besonderen Wert wird auf einen hervorragenden Charakter und ein ausgeglichenes Temperament gelegt.

2. Kopf:

Der Kopf sollte edel und trocken sein, in der Größe harmonisch zum Pferd passen, mit einem großen nach vorne gerichteten Auge und weiten Nüstern. Der Kopf sollte auch genügend Genickfreiheit und eine korrekte Stellung der Ohren aufweisen.

3. Hals:

Die Halsung soll lang genug sein und sich zum Kopf hin verjüngen, weder mit Unterhals noch mit Schwanenhals sein, nicht zu breit sein und eine gute Ganaschen Freiheit aufweisen, sowie über viel Bewegungsfreiheit im Genick verfügen.

4. Vorhand:

Ein markanter, weit in den Rücken hineinreichender Widerrist, eine große, schräg gelagerte Schulter und ausreichende Brusttiefe sind erwünscht. Die Brust soll nicht zu breit und zu schmal sein. Der Winkel Schulter-Oberarm sollte 90° und der Unterarm –Oberarm 140°-150° betragen was eine bessere Bewegungsfreiheit mitbringt.

5. Mittelhand:

Der Rücken soll mittellang und gut bemuskelt sein sowie in der Bewegung Schwingung, Tragkraft und Gleichgewicht vereinen. Die Rippung soll flach und nicht zu tief sein.

6. Hinterhand:

Für die Hinterhand gilt eine lange, leicht geneigte 30°, nicht zu stark abgezogene und nicht zu stark gespaltene, kräftig bemuskelte Kruppe. Der Schweif sollte nicht zu tief angesetzt sein. Insgesamt gilt eine harmonische Rumpfaufteilung in Vor-, Mittel- und Hinterhand. 1/1/1

7.Vordergliedmaßen:

Das Fundament soll insbesondere durch eine korrekte Stellung mit klar ausgeprägten Gelenken überzeugen, bei einem breiten und flachen Vorderfußwurzelgelenk. Von hinten und vorn gesehen eine gerade Gliedmaßenstellung, ein von der Seite gesehen geradegestelltes Vorderbein, sowie eine jeweils gerade Zehenachse mit etwa 45° bis 50° zum Boden sind erwünscht. Die Fesseln sollen lang und gut entwickelt sein. Die Hufe rund, klar und hart. Die Proportion Unterarm zu Vorderfußwurzelgelenk bis Huf soll ca. 50% betragen.

8. Hintergliedmaßen:

Für die Hintergliedmaßen gilt von der Korrektheit in der Stellung das gleiche wie für die Vordergliedmaßen, erwünscht ist aber ein korrektes, gut ausgeprägtes und kräftiges Sprunggelenk mit guten Übergängen und einer Winklung Unterschenkel zum Sprunggelenk mit etwa 135°-145° gewinkeltes Hinterbein. Die gerade Zehenachse sollte etwa 50°-55° zum Boden sein
Unerwünscht sind kleine, schmale oder eingeschnürte Gelenke, schwache oder zu massive Röhrbeine und kurze, steile oder überlange oder zu weiche Fesseln sowie zu kleine oder zu steile Hufe, insbesondere mit nach innen oder nach außen gerichteten Trachten, sowie zehenenge- oder zehenweite, vorderfußwurzelenge- oder vorderfußwurzelweite, sprunggelenksenge- oder sprunggelenksweite Stellungen. Ebenfalls unerwünscht sind rück- oder vorbiegige, steile oder säbelbeinige, kuhhessige oder fassbeinige Gliedmaßenstellungen.

9. Gangkorrektheit:

Der Gang soll möglichst korrekt, elastisch und taktrein, ohne gravierende Fehler sein.

10. Schritt:

Der Schritt ist eine schreitende im Viertakt ohne Schwebephase, die aus einer Folge von aneinander gereihten Schritten besteht. Die Fußfolge ist gleichseitig, aber nicht gleichzeitig.
Der Schritt sollte fleißig, raumgreifend, energisch, losgelassen durch den ganzen Körper  gehen und ein Klares Ab-und Auffussen zeigen. Der Schritt soll sauber, minimalen Eintritt in den
Vorderhuf haben und maximal einen Hufschlagweiter sein.

11. Der Trab/Gangdynamik:

Der Trab ist eine schwunghafte Bewegung im Zweitakt. Im Trab wird das diagonale Beinpaar
Gleichzeitig vorwärts bewegt und anschließend gleichzeitig aufgesetzt. Es sollte sich um eine schwunghafte, ausbalancierte Bewegung mit natürlicher Tragkraft und Schub aus der Hinterhand sein. Das Gleichzeitige Ab- und Auffussen sollte eine deutliche Schwebephase zeigen. (Schulterfreiheit, Elastizität, Raumgriff).

12. Galopp:

Der Galopp ist eine schwunghafte Bewegung im Dreitakt die aus einer Folge von aneinander gereihten Sprüngen besteht. Zuerst das äußere Hinterbein dann gleichzeitig das innere Hinterbein mit dem äußeren Vorderbein, gefolgt vom innerem Hinterbein und der Schwebephase. Gesprungen wird in Richtung Schwerpunkt fußende Hinterhand.
Der Bewegungsablauf im Trab und Galopp soll bei erkennbarer Schwebephase elastisch, schwungvoll, leichtfüßig, getragen und mit natürlicher Aufrichtung und Balance ausgestattet sein. Der aus aktiv arbeitender, deutlich abfußender Hinterhand entwickelte Schub soll über einen locker schwingenden Rücken auf die frei aus der Schulter vorgreifende Vorhand übertragen werden. Etwas Knieaktion ist erwünscht. Insbesondere der Galopp soll einen deutlich vorwärts-aufwärts gesprungenen Ablauf aufweisen.